Druckdiagramme

Erklärung zu Druckdiagrammen:

Föhn:
Die Druckdifferenz in Hektopascal [hPa] zwischen Bozen und Innsbruck (bwz. Lugano und Zürich) gibt an, wie stark die Föhnströmung über den Alpen sein wird. Ist die Druckdifferenz positiv, d.h. Innsbruck hat den tieferen Druck als Bozen, so kann mit Südföhn in den Alpen gerechnet werden. Erfahrungsgemäss muss die Druckdifferenz mindestens 4 hPa betragen, damit der Föhn in den Alpentälern durchgreift.

Bei einer Druckdifferenz von über 8 hPa schaffen es die Föhnwinde oft sogar bis ins angrenzende Flachland. ‚Thresholds‘ sind in den Diagrammen durch die roten Linien gekennzeichnet.

Föhn vs Maloja Wind (Silvaplana):
Der Malojawind entsteht südlich des Malojapasses und ist stark genug, um auf dem Malojapass den niedrigen Talabschluss zwischen Bergell und Engadin zu überwinden und im Oberengadiner Tal weiter zu wehen. Dort weht der Wind dann untypischerweise talabwärts, während er im Bergell talaufwärts weht. Aus diesem Grund wird er auch „der verkehrte Wind“ oder auch „der Nachtwind des Tages“ genannt. Besonders häufig weht dieser kühle Luftstrom in den Monaten Juli bis Oktober und kann sturmähnliche Ausmasse annehmen. Zwischen 0 und -4 Hectopascal (hPa) besteht zwar generell Nordföhn (Lugano-Zürich Achse), am Silvaplanasee ist jedoch dieser oft zu schwach um bis ins Tal einzudringen. Die Chance auf Malojawind ist also trotzdem da. Ähnlich wie am Reschensee kann der Nordföhn ab ca -4 Hectopascal den Malojawind abschwächen (vor allem bei schwachem Talwindsystem – dh. schwacher Sonneneinstrahlung) und ev. nur mehr mit hydrofoils ausgenützt werden. Ab ca -6 hPa ist der Nordföhn zu stark und lässt den Malojawind nur in seltenen Fällen durchdrücken.

Bora:
Bei der Bora handelt es sich um einen Wind der im Lee der dinarischen Alpen absinkt und die gleichen Merkmale wie der Föhn in den Alpen aufweist. Er unterscheidet sich aber zum Föhn durch die Herkunft der Luftmassen, welche bei der Bora meistens sehr kalt sind. Die Stärke einer Bora im Golf von Triest kann über die Druckdifferenz (in hPa) zwischen Maribor (Slowenien) und Triest ermittelt werden. Bora entsteht sobald der Luftdruck in Maribor ca. 4 hPa höher ist als in Triest. Obwohl auch andere Faktoren eine wichtige Rolle spielen, kann man generell davon ausgehen, dass die Bora stärker weht je grösser diese Druckdifferenz ist. Bei Druckdifferenzen von über 8 hPa kann die Bora stürmisch werden. Eine starke Bora kann auch am Lago di Santa Croce wirksam werden (dort dann im allgemeinen aber schon etwas abgeschwächt). ‚Thresholds‘ für Bora an der Küste ist in den Diagrammen durch die rote Linie gekennzeichnet.

Vento/Ora:
Bei Ora und Vento (Peler) handelt es sich um thermische Ausgleichströmungen am Gardasee, die sich meistens regelmässig im Laufe eines Tages abwechseln. Typischerweise bläst die Ora von Mittag bis zum Sonnenuntergang. Der Vento (Peler) ist der gegenläufige Wind aus Norden, der in der Nacht bis zum Vormittag weht. Der Vento (Peler) erreicht die stärksten Geschwindigkeiten in den Morgenstunden. Die Stärke dieser beiden Winde kann man über die Druckdifferenz (in [hPa]) zwischen Bozen und Brescia/Ghedi ermitteln. Ora entsteht sobald in Brescia/Ghedi höherer Luftdruck als in Bozen herrscht. Je grösser diese Druckdifferenz, desto stärker weht die Ora über den nördlichen Gardasee. Bei umgekehrter Druckdifferenz (tiefer Luftdruck in Brescia/Ghedi und hoher Luftdruck in Bozen) weht der entgegengesetzte Nordwind Vento (Peler). Der Vento ist bei Malcesine und Richtung Norden meistens um einiges stärker (4-5 Bf) als die Ora (2-4 Bf). Bei starkem Vento kann am Nachmittag die Ora uU auch ausbleiben. ‚Thresholds‘ für guten(r) Vento (Ora) sind in den Diagrammen durch die roten Linien gekennzeichnet. Eine sehr detaillierte Beschreibung der Verhältnisse findet man unter diesem link.

Bise:
Ein im Südwesten des deutschen Sprachraums (Südbaden, Schweiz, Vorarlberg) wehender Nordostwind wird oft als Biswind bezeichnet. Die Bise beschänkt sich dabei vor allem auf das schweizer Mittelland. Es ist ein meist trockener, kalter Wind aus Ost bis Nordost, gespeist durch Kontinentalluft. Die Kanalisierung am Rande der Alpen vesrtärkt die Bise und presst sie über Jura und Voralpen. Am westlichen Genferseeufer erreicht die Bise ihren Höhepunkt. Im Sommer verursacht die Bise eher trockenes und sonniges Wetter, im Winter kann sie die  Inversion verstärken und zu Hochnebel führen. Als Druckdifferenz wird oft der Unterschied zwischen Genf und Güttingen in hPa herangezogen. Ab -2 hPa (dh. 2 hPa höherer Druck in Güttingen) kann Bise wahrscheinlich sein. Je höher der Druckgradient desto stärker kann der Wind über das Mittelland wehen. Ein positiver Druckgradient hingegen bedeutet einen Wind der von Südwesten durch das schweizerische Mittelland weht.

Mistral:
Der Mistral ist ein kalter und trockener Wind entlang der südfranzösischen Mittelmeerküste und dem unteren Rhonetal. Mistral entsteht aufgrund eines Hochdruckgebietes über dem Golf von Biskaya und einem Tiefdruckgebiet über dem Golf von Genua. Er ist aufgrund seiner schweren Vorhersagbarkeit und starken Winde, die aufgrund eines Düseneffektes im Rhonetal verstärkt werden, unter Seglern berüchtigt. Winde mit Orkanstärke sind nicht selten. Als  Indikator für das Auftreten von Mistral dient die Druckdifferenz zwischen Südfrankreich und Lyon. Ist sie  geringer als -5hPa (also 5 hPa höherer Druck in Lyon), kann dies ein Anzeichen für Mistral sein.

Katabatische Winde in den Alpen: (link)

Zusatz Föhn in den Alpen:

Hier entstand im Süden ein sogenannter Luvkeil (durch Anströmung aus dem Süden gegen die Alpen), der nach dem Überströmen der Alpen in einen Leetrog mündete. Dabei wird die Luftströmung nach Überströmen der Gebirgskette wieder schneller und der Luftdruck sinkt.

Föhndiagramm:

Föhndiagramm Alpen
Föhndiagramm Alpen

Wind am Sattelberg

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